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Elf Jahre in Wil, das ist für waschechte Wiler noch keine Zeit. Doch echt kapuzinisch ist das – besonders im Leitungsamt als Guardian – eine halbe Ewigkeit. Ich wurde «der Not gehorchend» – der Not durch den Tod meines Vorgängers Br. Bruno Keller – 2007 nach Wil gerufen, und weilte noch nie so lange im gleichen Kloster wie hier. Das spricht für das Wiler Ambiente. Ich meine damit nicht nur das geografische, sondern vor allem das klösterliche Umfeld!

Aus früheren Aufenthalten (u.a. meinen «Lehr- und Wanderjahren» 1978/79) wusste ich bereits um eine friedliche, einander wohlgesinnte Klostergemeinschaft. Neu durfte ich engagierte Pflegefachfrauen erleben, die durch ihre Pflege und Fürsorge eine neue Farbe in die Gemeinschaft brachten, sowie weitere «Zugewandte», die die ersten Lücken von Arbeiten, die wir nicht mehr selber besorgen konnten, füllten. Dies hat sich nach und nach zu einem respektablen Team von MitarbeiterInnen in Küche, Garten, Wäsche, Reinigung, Hauswartung bis zur Mitleitung ausgewachsen, das – nicht selbstverständlich – gut Hand in Hand spielt und unsere Gemeinschaft trägt.

Ebenso getragen und geschätzt durfte ich uns von «aussen» durch die gute Zusammenarbeit wie auch finanzielle Grosszügigkeit der Kirchgemeinde und Pfarrei Wil, d.h. Ihnen, erfahren. Zudem wurde für mich die Spitalseelsorge, die man mir anvertraute, zum bereichernden und ausgleichenden Aufgabenfeld.

Zum guten Ambiente gehören aber auch all unsere treuen Kirchgänger-Innen und Wohlgesinnten in der näheren und weiteren Umgebung, die mit uns beten und uns vielfältig Gutes – in Geschenken, Besuchen, Beraten, Gaben und persönlichem «Mitgehen» – zukommen lassen.

 

Für dieses unterstützende Ambiente, das mich all das Herausfordernde bewältigen liess, bin ich sehr dankbar. Und ich zweifle nicht daran, dass auch Br. Benno Zünd weiter auf diese Vernetzung zählen darf. So kann ich am 24. September, wenn ich zum 11. x die Gemeinschaft  wechsle zuversichtlich nach Zürich Seebach wegziehen und werde gern auf die Wiler Zeit zurückschauen. Ich darf eine Sabbatzeit geniessen, die ich bereits – wenn Sie diese Zeilen lesen – mit einer Wanderung von Altdorf aus Richtung Assisi begonnen habe. Ich nehme Sie gern mit und versuche im Geist von Franziskus, Sie und all das erfahrene Gute dankend «Gott zurückzugeben».

Pace e bene                                                  Br. Josef Haselbach