courtesy
Adventsdekoration
Adventsdekoration

O Heiland, reiß die Himmel auf
herab, herab, vom Himmel lauf!
Reiss ab vom Himmel Tor und Tür,
reiss ab, wo Schloß und Riegel für!

O Gott ein Tau vom Himmel giess
im Tau herab, o Heiland, fliess.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus
den König über Jakobs Haus.

O Erd’, schlag aus, schlag aus, o Erd’,
dass Berg und Tal grün alles werd’
o  Erd’, herfür dies Blümlein bring,
o Heiland, aus der Erden spring.

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
darauf sie all’ ihr’ Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
komm tröst uns hie im Jammertal.

O klare Sonn’, du schöner Stern,
dich wollten wir anschauen gern.
O Sonn’, geh auf, ohn’ deinen Schein
in Finsternis wir alle sein.

Hie leiden wir die größte Not,
vor Augen steht der ewig’ Tod;
ach komm, führ uns mit starker Hand
vom Elend zu dem Vaterland.

Da wollen wir all’ danken dir,
unserm Erlöser, für und für.
Da wollen wir all’ loben dich
je allzeit immer und ewiglich.

Friedrich Spee 1591-1635

 

Kommentar zur Himmelsleiter von Br. Josef Haselbach in einem Brief
an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:

Die Leiter – die senkrecht zum Himmel ragt – hat Br. Paul nicht einfach nach dem Adventsschmücken in der Kirche vergessen, wie einige Kirchenbesucher meinten. Diese Himmelsleiter -an wieviel Bäumen einst gestanden? – hat eine neue Bestimmung bekommen, Weihnachten zu symbolisieren. Mit Leiter verbindet man meist ein Hinauf (-Müssen): Aber es geht weder um Karriere noch Glück, noch Himmel erklimmen können oder müssen. Es geht gerade um das Gegenteil: Da kommt etwas / JEMAND in unsere Welt, wie sie ist, hinab – hinein. Dass wir das / IHN aufnehmen können, wünschen wir von Herzen.
Von diesem grossen Geheimnis gibt es immer wieder „Alltags-annäherungen“: so kommen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für uns Kapuziner wie ein bisschen vom Himmel in unsere Kloster-Welt, wie sie ist, hinab – hinen und beschenken uns mit ihren guten Diensten. Dafür sind wir Brüder von Herzen dankbar.

 

darf ich den himmel bauen
über die erde
neben die erde
unter die erde

verwende ich farbige bausteine
kinderbausteine
spielbausteine
holzbausteine

und baue den himmel schief
schief über die erde
schief neben die erde
schief unter die erde

damit gott ungehindert heruntersteigt
jederzeit
jederorts
zu jedermann
und der himmel anbricht
zeitortlos.

Alfons Jestl

 

Stern, an dem die Himmelsleiter lehnt

Ich glaube.
Das heißt nicht: Ich weiß.

Ich vertraue.
Das heißt nicht: Ich habe Sicherheiten.

Ich hoffe.
Das heißt nicht: Ich lebe ohne Fragen.

Ich gehe.
Das heißt nicht: Ich kenne den Weg.

Gott ich bitte dich um den Stern,
an dem die Himmelsleiter lehnt.
Ich bitte dich um den Stern,
der meinem Lebensweg Orientierung gibt
und mich zur eigenen Menschwerdung führt.
Wenn dein Stern mich begleitet,
greife ich nicht mehr ins Leere.

Nach: Heike Kriegbaum. Wüste will blühen.
Gebete der Sehnsucht. Styria Verlag, Graz Wien Köln 1999.

Adventsdekoration
Adventsdekoration