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Der Gallusweg im Kapuzinerkloster Wil ist bald zum letzten Mal geöffnet. An einem Rundgang mit anschliessendem Apéro durften sich geladene Gäste informieren und inspirieren lassen.

Beatrice Oesch

Es ist später Freitagnachmittag im Kapuzinerkloster Wil. Im goldenen Herbstlicht leuchten im Klostergarten die Dahlien in der Sonne, und aus zarten Apfelblüten sind knackige Äpfel herangereift. Seit der Eröffnung des Gallusweges im April konnten die Besucher den Wandel von drei Jahreszeiten mitverfolgen. Nur eines blieb konstant: An allen Stationen des Gallus-Pfades entlang der Klostermauern überraschen Arrangements aus Blumen, Früchten und allem Schönen, was die Natur gerade hergibt. Und einen wahren Schatz haben seit dem Frühling die vielen Besucher zurückgelassen: Ihre anonym aufgeschriebenen Träume sowie ihre Wegweisertäfelchen haben beeindruckende Dimensionen angenommen.

Erlebnisse im Gallus-Jahr

Guardian Bruder Josef Haselbach hatte rund zwanzig Gäste eingeladen aus Bereichen wie Kirche, Politik, Wirtschaft, Kunst sowie Historiker. Leider konnten viele der Geladenen diesen Termin nicht einrichten. Doch die kleine Gruppe der Anwesenden konnte einen wunderbar inspirierenden Anlass geniessen. Bruder Josef und die Initiantinnen und Initiant Bruder Paul Mathis mit den Katechetinnen Gerda Köppel und Marianne Truniger empfingen die Gäste; Brigitte Schönenberger konnte an diesem Anlass leider nicht teilnehmen. Bruder Josef erzählte auf humorvolle Weise, wie er das Gallusjahr bisher erlebt hat – bis hin zur erfolglosen Suche nach einer im Kloster vermuteten Reliquie, einem Gallus-Zahn. Dann sprach er den Initianten Dank und Anerkennung aus: „Sie haben mit Wissen, Geschick und viel Zeitaufwand den Gallusweg liebevoll gestaltet.“

Träume hängen büschelweise

Beim Rundgang stellten die Initianten den Gästen die neun interaktiven Posten vor. „Das Schwierigste war die Reduktion aufs Wesentliche“, erklärten sie übereinstimmend. Der Weg führte durchs Schöpfli, wo inzwischen die Blätter mit Träumen der Besucher büschelweise hängen. Im Garten ging es an Gucklöchern und Karriereleiter vorbei zum Teich. Hier setzten die Gäste gefaltete Papierblumen aufs Wasser und warteten gespannt, welches Wort sich beim Öffnen enthüllte. Zum Höhepunkt wurde ein gemütlicher Apéro bei Sonnenuntergang. „An den fünf bisher geöffneten Wochenenden hatten wir insgesamt über 250 Besucherinnen und Besucher, und deren Rückmeldungen waren durchweg positiv“, informierte Bruder Paul. „Es waren wohl auch einige „Wiederholungstäter“ darunter“, scherzte er.

Zum letzten Mal geöffnet ist der Gallusweg am Samstag 27. Oktober von 8.30 bis 11 Uhr, und am Sonntag 28. Oktober von 14 – 16 Uhr.